Die Geschichte der Deutschen Meisterschaft im Mixed Fastpitch Softball

Die Idee entstand 2004 in einem mittlerweile nicht mehr betriebenen, gemeinsamen Forum der Ostwestfalenliga (OWL) und der Berliner Mixed Softballliga (MSL). Der Grundgedanke: Ein Turnier für die besten Mixed Fastpitch Mannschaften der Nation auf hohem Niveau. Der Berliner Kai Lody übernahm die Organisation der ersten Champions League und fand im Baden-Württembergischen Ladenburg einen ersten Ausrichter.

2005 war es noch ein reines Einladungsturnier: Eingeladen wurden natürlich zunächst nur die “Top-Teams”. Es spielten aber auch Mannschaften bei der Meisterschaft, die nicht in einer Liga organisiert waren, wie zum Beispiel die gastgebenden Ladenburg Romans, die in einem heißen Finale Vizemeister wurden.

Das Turnier war spontan von solch einem Erfolg und Interesse gekrönt, dass man kurzerhand beschloss, dieses jährlich zu wiederholen. Die titelverteidigenden Paderborn Pitchbulls wurden gefragt das nächste Turnier auszurichten.

Mit der Gründung der RFL 2006 gab es nun sechs Mixed Fastpitchligen in Deutschland. Kai Lody leitete weiterhin die Organisation und entwickelte das Konzept, dass die Meister und die Vizemeister dieser Ligen nun eine inoffizielle Meisterschaft ausspielen. Erstmalig wurde zu dieser Zeit die Champions League von allen als inoffizielle Deutsche Meisterschaft im Mixed Fastpitchsoftball akzeptiert, da sich nun die Meister aus organisierten Ligen qualifizierten. Was noch nicht geregelt war, war das System wie und welche Teams bei Absagen nachrücken. Zunächst rückte die nächstplazierte Mannschaft aus der Liga nach, aus der die Absage kam. So kam es aber, dass ein Drittplatzierter einer sehr kleinen Liga zur Meisterschaft fuhr und vermeintlich wesentlich bessere Drittplatzierte größerer Ligen nicht.

Die Organisation wurde 2010 in die Hände eines Softballfördervereins, dem MSD (Mixed Softball Deutschland) gelegt. Dort entwickelte Wolfgang Walther dann die heute im wesentlichen noch geltende Durchführungsverordnung (DVO) für die Champions League und das Ligaranking, um bestmöglichst die nachrückende Mannschaft zu bestimmen. Das Ligaranking als alleiniges Kriterium für die Vergabe der Startplätze wurde inzwischen leicht modifiziert für den Fall, dass eine Liga durch Absage nur noch einen Vertreter im Pool hatte und dafür eine andere Liga gleich drei Mannschaften. Es zählen nun nicht mehr die Summe der Punkte der Ligateilnehmer, sondern es zählen immer die durchschnittlich erreichten Punkte pro Liga.

Mannschaften, die sich aus mehreren Ligen qualifizieren, bekommen nur einen Startplatz. Dies schafften bisher Werl und Dortmund, die sich jeweils über zwei verschiedene Ligen für die Champions League qualifziert haben: Beide bekamen nur einen Startplatz. Die erzielten Punkte dafür gehen jedoch an beide Ligen, damit ein Team sich nicht entscheiden muss, für welche Liga es Punkte sammeln möchte, und keine Liga benachteiligt wird. Es rückt dann ein Nachrücker aus der nächststärksten Liga in den freien Platz nach.

Die Champions League entwickelte sich von Jahr zu Jahr und fast jeder Ausrichter konnte dem Turnier eine “persönliche” Note mitgeben, manche auf eine ganz besondere Art. Spätestens in Geilenkirchen 2007 war die Champions League in ihrer heutigen Form fest etabliert: Erstmalig mit zwölf Teilnehmern am Start, unvergessen das amerikanische Flair bei den Turnieren in Geilenkirchen. 2008 setzte Mannheim hohe, qualitative Standards mit perfekter Organisation.Eine enorme Steigerung der Spielqualität erfuhr die Champions League 2011 in unserer Hauptstadt Berlin, wo auch erstmalig aus den Reihen der Spieler im Mixed Softball Nationonalspieler für die Coed Europa-Meisterschaft in Bulgarien gesichtet wurden.

2012 wandte sich der MSD in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Baseballverband (DBV) dem Coed Slowpitch und Herren Fastpitch zu und überließ die zukünftige Champions League Organisation dem privaten Engagement aktiver Mixed Softball Spieler. In der Folgezeit wurde die Ligasicherungsklausel und die Mindestligengröße zur CL-Qualifikation eingeführt. Auch änderte sich die Bestimmung der wertvollsten Spieler (MVPs): Diese wurden nicht mehr nach dem Spiel vom Gegner durch Abstimmung ermittelt, stattdessen wurden durch Auswertung der Scoresheets die geleisteten sportlichen Höhepunkte zur Ermittlung beigeholt.

Einheitliche Pokale aller Teilnehmer sind seit 2012 standardisiert worden. In Köln wurde erstmalig die Double Elimination eingeführt, die eine noch fairere Turnierentwicklung zum Endspiel hin gewährleistet. Emsige Werle holten die Champions League 2013 und 2014 in die westfälische Provinz und konnten dem Turnier weitere qualitative Akzente mitgeben. Seit 2013 führt Jörg Windmüller, A-Lizenz-Scorer des DBV, eine detaillierte Statistik aller Spielzüge, ermöglicht durch das offizielle Scoren vieler freiwilliger Helfer nicht nur aus den Reihen der teilnehmenden Teams.

Köln holte sich die Meisterschaft 2015 nochmals an den Rhein und überraschte neben sehr guter Organisation mit einem tollen Catering. Seit einiger Zeit sind zudem Nadja Schulz im IT-Bereich und Bruce Fredrick (Coed Nationaltrainer-Stab) als Organisator, Berater und Ideengeber im Champions League Organisationsteam tätig. In Rheine wuchs das Turnier 2016 auf eine bisher einmalige Größe von 16 Teilnehmern an.